„Kasper tot. Schluß mit lustig?“ – so kokettiert Ernst-Busch-Absolvent Lutz Großmann in seiner furios-kabarettistischen Eröffnungsinszenierung. Sein sächselnder Handpuppenkasper, phänountypisch ohne roten Säuferzinken, dafür mit feinen bleichen Zügen versehen, leidet an Depressionen, der Klimawandel drückt ihm aufs Gemüt. Zudem haben Tod und Teufel eine Intrige ausgeheckt und das Textbuch der ach so bekannten „Seid ihr alle da?“ -Geschichten umgeschrieben, um endlich einmal als Sieger aus dem Spiel hervorzugehen. Sie gaukeln dem armen Kerl einen Gehirntumor vor. „Was soll ich bloß tun?“, fragt der zerquälte Kasper. „Geh in die Charité!“, ruft´s aus dem Publikum. Das ist das einzige legitime Mitmachtheater. Im Zuge irrwitziger Metavolten steigt Kasper schließlich ins eigene Unterbewusstsein hinab, wo die Liebe zum Gretchen und sein Knüppel, im Fachjargon Pritsche genannt, begraben liegen und gewinnt wieder die Oberhand.
Berliner Tagesspiegel, 29.10. 2007
Den Auftakt bildet Lutz Großmanns ebenso komödiantische wie bittere Kasperiade „Kasper tot. Schluß mit lustig?“ (...) Virtuos spielt Großmann mit den Archetypen des Kaspertheaters – Kasper, Gretel, Tod, Teufel und Großmutter – und jagt sie schonungslos durch die Problemfelder unserer Gegenwart. (...) Der Zuschauer rechnet mit dem Schlimmsten – meist zu Recht – und hat dennoch diebisches Vergnügen an all den fatalen bis letalen Verwicklungen, weil diese mit viel Spielwitz und ungemein temporeich und gekonnt dargeboten werden.
Double 1/ 2008
Lutz Großmann läutete mit seinem grandiosen, schwarzhumorigen Handpuppenspiel die dritte „marottinale“ ein. Es war ein fesselndes Spektakel zwischen Wirklichkeit und Theater, Politik und Spiel, Realität und Fantasie.
Badische Neuste Nachrichten, 19.04. 2008
„Kasper tot. Schluß mit lustig?“ des Berliners Lutz Großmann ist eine wunderbar verspielte Spielerei mit einem Topos des Figurentheaters: mit dem „Tritratrallala“-Kasperli, dem es ans Lebendige geht. (...)
Ob er am Ende stirbt? Fast – und wir notieren das bei dieser brillant gespielten und wortwitzigen Persiflage mit Genugtuung. Denn gäbe es diesen Kasper nicht mehr, dann wäre „Schluß mit lustig“ definitv und ohne Fragezeichen.
Aargauer Zeitung, 12. 09. 2008
„Schluß mit lustig?“ ist in der einstündigen Aufführung zum Glück nicht. Selten schwappte nämlich so viel tiefsschwarzer Humor über eine Puppentheaterbühne wie jetzt bei Lutz Großmanns furiosem Solo.
Kölnische Rundschau, 23.10. 2008
60 Minuten wirbelt Großmann durch die Probleme der Gegenwart: Harz 4, Pflegeversicherung, Klimakatastrophe, Zwei-Klassen-Medizin, Wirtschaftskrise und Staatsverschuldung. Und das nie belehrend. Sondern locker, beiläufig und respektlos. Alle Texte wirken spontan, alle Stimmen werden variiert: Eine perfekte Ein-Mann-Show! (....)
Frenetischer Applaus der meist erwachsenen Zuschauer zu einem Höhepunkt des Figurentheaterfesivals.
Straubinger Tagblatt, 08. 03. 2010